AngelikaHerker


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„Zeit in der Natur“

Baumlandschaften Vier Jahreszeiten

Im Winter und im Frühling haben wir eine naturgemäß zurückhaltende Farbwelt, die auch Angelika Herker würdigt. Das zarte Blau durchzieht in der vertikalen Anordnung die Komposition bzw. Setzung der Collage. Man spürt förmlich das zugefrorene Wasser der Seen, ebenso meint man, einen weiß-bewölkten Himmel zu sehen. Ein nahezu gleicher Anteil der vertikalen Weiß- und Blaustreifen zeugt von einer Gleichheit der oben genannten Elemente. Das Zurückgezogensein in einem harmonischen Dasein mag man als das Thema des Winters von Angelika Herker begreifen.

Schon im Frühling ändern sich sowohl farbliche wie auch formale Qualitäten. Neben einem noch verhaltenen Grün tauchen satte Töne und ganz unterschiedliche vertikale Richtungsweiser auf. In diesem Spektrum der verschiedenen Grüns, die ein zartes Wachsen der Natur anzeigen mögen, tauchen dann triebhaft hellbraune Kräfte auf, die dem feinen Anschwellen Impulse geben. Bedenkt man, wieviele Grüntöne sich hier versammeln, so vermag man einiges von der sensiblen Beobachtung der Künstlerin zu erfahren.

Daß Blau, Grün und Gelb äußerst satte Setzungen darstellen, ist eindringlich im Sommer vermittelt. Dieses Blau des Sommers ist voller Kraft. Es hat nichts von einem vornehmen Sich-Zurückziehen, welches man mit dieser Farbe häufig assoziiert. Im Bündnis mit dem signalhaften Gelb und den grünen Hintergrundtönen haben wir es hier mit einem viele Facetten des Sommers wiedergebenden Ensemble zu tun. Der Sommer ist stark und kräftig.

In der zweiten Hälfte des Jahres liegend, ist der Herbst bei Angelika Herker farblich gänzlich anders als der noch sich kräftig aufbäumende Sommer. Die Farben signalisieren nicht, eher sind sie ruhiger geworden. Das majestätische herbstliche Braun steht naturgemäß im Vordergrund, es gibt allerdings ebenso den helleren Farben ihre Freiräume. Mit dem darauffolgenden Winter verbindet ihn noch nichts. Der Herbst thront gewissermaßen über dem, was vor ihm war und über dem, was nach ihm kommt.

Diese kurzen Hinweise auf eine der durchaus unterschiedlichen Serien zum Thema „Vier Jahreszeiten“ zeigen, neben einer Farb- und Formanalogie der Werke zu Prozessen in der Natur, auch das Interesse Angelika Herkers am Phänomen Zeit. Zeit ist für sie nicht nur im Rahmen ihrer künstlerischen Arbeit von Bedeutung, Zeit verbindet sie in diesen neuen Arbeiten mit dem Medium Farbe. Das Werden und Vergehen in der Natur, das Strahlen und Sich-Zurückziehen bedingt Zeit, und diese wird hier gewissermaßen gemessen in Farbe. In diesen Arbeiten wird der Gedanke der Jahreszeit mit dem der künstlerischen Farbzeit identisch.

Tayfun Belgin   Museum am Ostwall Dortmund  1997 

(Kalenderedition Angelika Herker Baumlandschaften Vier Jahreszeiten)

15. Mai 1997 in